Ist das sozial? – Probleme und Lösungsansätze im sozialen Bereich

Zum einen fördern ein konstruktivistischer Lernansatz und der Einsatz von mobilen Endgeräten, die Zugang zu sozialen Netzwerken ermöglichen, kollaboratives Arbeiten. SchülerInnen lernen, im Team zu interagieren und bauen dadurch ihre sozialen Kompetenzen weiter aus. Andererseits sind in den Medien stets Fälle von sozialen Entgleisungen im Zusammenhang mit mobilen Endgeräten präsent.Folie5

Soziales Fehlverhalten durch Handy und Co.

In meinem zweiten Beitrag habe ich bereits Beispiele aus dem sozialen Problembereich zusammengetragen: Seien es nun Nacktfotos von SchülerInnen, die ohne deren Einverständnis verbreitet werden oder kurze Handy-Filme Mobbing-Aktionen, die ins Internet gestellt werden – online finden sich zahlreiche Artikel und Berichte über äußerst unsoziales Verhalten von Schülern. Besonders dominant in den Medien ist das Thema Cybermobbing.

Beim Cybermobbing handelt es sich um einen “aggressive, intentional act carried out by a group or individual, using electronic forms of contact, repeatedly and over time against a victim who can not easily defend him or herself” (Smith et al., 2008, S. 376). In Extremfällen wird ein Opfer von den Mobbingattacken in den Selbstmord getrieben. Im August 2013 hatten sich nach Berichten der T.A.Z. fünf Jugendliche aus Großbritannien das Leben genommen, nachdem sie zuvor massiv im Internet gemobbt wurden.

Handyverbot als feiger Versuch, sich aus der Verantwortung zu ziehen

Soziales Fehlverhalten unterstützt durch mobile Endgeräte kann unterschiedliche Ausmaße annehmen. Oftmals sind es Fälle von Cybermobbing, die zu einem Handyverbot an Schulen führen. Dahinter steckt ein einfacher Gedanke: Wenn Cybermobbing nicht in der Schule stattfindet, ist es auch nicht das Problem der Schule. Dass Cybermobbing durch ein Handyverbot an Schulen verhindert wird, wird vermutlich kaum einer glauben. Sind Handy während der Unterrichtszeit verboten, werden sie auf dem Schulweg beziehungsweise zu Hause wieder ausgepackt und das Mobbing geht weiter. Die Opfer haben jedoch nun gefühlt keine verantwortliche Ansprechperson, an welche sie sich in ihrer Not wenden können. Zudem haben LehrerInnen oder schulische SozialarbeiterInnen kaum noch Chancen, die Attacken wahrzunehmen und können demnach nicht mehr handeln. Die Opfer werden damit im Zweifelsfall alleine gelassen (vgl. TKK NRW, 2014).

Darum kann ein Handyverbot, sollte es allein aus den Cybermobbing-Gründen eingeführt werden, unter Umständen als ein feiger Versuch, sich aus der Verantwortung zu ziehen, angesehen werden. Die Schule gilt nicht umsonst als Sozialisationsinstitution, wo Jugendliche die sozialen Normen und Werte der Gesellschaft verinnerlichen sollen (vgl. Fromme, 2007, S. 17). Es ist und bleibt also Aufgabe der Schule, gegen soziale Verfehlungen sei es digital oder analog vorzugehen – Handyverbot hin oder her!

Lösung gegen Cybermobbing: Prävention

Die beste Maßnahme gegen Cybermobbing ist es, dieses erst gar nicht entstehen zu lassen. Hierfür nehmen Couvillon und Ilieva (2011) in ihrem Aufsatz „Recommended Practices: A Review of Schoolwide Preventative Programs and Strategies on Cyberbullying“ insbesondere die Schulen in die Pflicht. Zur Prävention von (Cyber)Mobbing sollten nach Ansicht der Autoren Schulen wiederholt Unterrichtseinheiten zum Thema Mobbing und entsprechende Präventionstrainings anbieten. Anregungen können sich LehrerInnen auf der klicksafe.de holen, einer Initiative der Eu für mehr Sicherheit im Netz. Ein besonders gutes Beispiel für ein Präventionsprogramm ist nach Ansicht von Gewalt-gegen-Kinder.de, einer Seite der TKK NRW, das Programm „Surf-Fair“ von Pieschl und Poch (2012):

„Es zeichnet sich besonders durch ein konsistentes didaktisches Konzept aus, richtet sich ausschließlich gegen Cybermobbing und stellt vor allem die Stärkung von Medienkompetenz in den Vordergrund. Die Wirksamkeit von Surf-Fair wurde durch wissenschaftliche Evaluationsstudien systematisch überprüft und das Programm wird anhand der Ergebnisse kontinuierlich verbessert.“ (TKK NRW, 2014). 

 

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